Musik oder: Ein kleines bisschen Weltuntergang

Warum lange Zeit mit Einleitungen vertrödeln, hier mein erster Text, der übrigens keineswegs Werbung für die hier nicht näher erwähnte Firma darstellen soll, von der aber eh in einigen Sätzen jeder weiß, dass ich sie meine.

Jeder, der schon einmal in den Genuss kam, mir zu begegnen, wird mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ohne meinen MP3-Player gesehen haben. Ich habe ihn jetzt seit fast 4,5 Jahren und kann mir ein Leben ohne ihn im Grunde gar nicht mehr vorstellen. Es passt alle Musik drauf, die ich besitze, er merkt sich welche Lieder ich grade besonders gerne höre, ich habe für jede Situation, in der ich grade bin, die passende Wiedergabeliste oder das passende Album, wenn ich es grade brauche.
Dem ein oder anderen mag das an dieser Stelle vielleicht wie verwöhntes Luxusgeschwätz vorkommen, im Grunde ist für mich unschätzbar geworden. Es gibt nicht viel, was mich ohne großen Aufwand zwischen zwei ziemlich unangenehmen Terminen innerhalb kurzer Zeit wieder auf ein sozialverträgliches und den Stresspegel wieder auf ein gesundes Level bringt. Dazu kommt, dass die richtige Musik im Grunde eines der wenigen Dinge ist, mit denen ich abschalten kann. Meine Umwelt ausblenden, etc…

Das alles tat mein Player bis letzten Mittwoch. Nach 4,5 Jahren treuer Dienste stellte mein Gerät die Wiedergabe der rechten Audiospur ein. Kurze Zeit später auch die Wiedergabe der linken. Alle Reanimationsversuche scheiterten. Meine Hoffnungen auf defekte Kopfhörer erfüllten sich nicht. Murphy wusste wohl, dass ich immer Ersatzkopfhörer in meinen Schreibtischboxen lager. Die Kopfhörerbuchse beugte sich nach den jahrelangen Hochleistungen dem Verschleiß.
Die Hoffnungen auf Reparatur wurden von einem Preis, der sich auf über 2/3 der Anschaffungskosten eines Neugerätes der aktuellen Generation mit doppelt so viel Speicherplatz belief, zunichte gemacht.

Es heißt, man merkt erst was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Nach 2 Tagen im Behördennahkampf merke ich es auf jeden Fall, mit einem 4GB MP3-Stick, auf den nur ein Bruchteil meiner Musik passt und nie das Lied welches ich grade brauche.

Es ist fast ein bisschen erschreckend, wie viel von einem einzelnen Gerät und seiner Funktion abhängt. Es ist wohl doch kein Weltuntergang, auch wenn es sich ein kleines bisschen so anfühlt.

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